Kaffeehandel


Kaffeehandel: alle Informationen auf einem Blick

Kaffeehandel

Kaffee wird nicht nur getrunken, sondern die Bohnen werden sehr wohl für den Kaffeehandel genutzt. Dieser Handel besteht nicht nur auf Tauschbasis, sondern auch an der Börse wird der Kaffee gehandelt.

Im folgenden Artikel werden wir etwas genauer auf den Kaffeehandel eingehen, sodass Du am Ende ein umfassendes Bild zu diesem Thema hast.

Fakten und Zahlen zum Kaffeehandel

Weltweit werden ca. 1530 Millionen Hektar für landwirtschaftliche Zwecke genutzt. Davon beanspruchen Kaffeesträuche etwa 9%, jedoch werden statt 130 Millionen Hektar nur 11 Millionen Hektar für den Anbau von Kaffee genutzt. Die landwirtschaftlichen Bepflanzungen von Kaffeesträuchern liegt damit unter 1% der gesamten landwirtschaftlichen Fläche unseres Planeten. Dennoch schafft der Kaffeehandel einen unglaublichen Markt. Zwischen 20-25 Millionen Arbeitsplätze wurden durch den Anbau, die Verarbeitung und den Verkauf von Kaffee geschaffen. Insgesamt, inklusive Verbraucherländer, profitieren ca. 100 Millionen Menschen vom Kaffeehandel.

Kaffeehandelsstufen und was sie bedeuten

Wie bereits in den Artikel und Blogeinträgen über Kaffeeverarbeitung und Kaffeeröstereien berichtet, gibt es mehr Handelsstufen, als man zuerst annimmt. Es ist nicht nur der Weg vom Strauch in die Tasse, schon bei der Aufbereitung und der Ernte helfen viele mit. So geht der Kaffee durch die Hände von Kaffeebauern, Aufbereiter, Händler, Makler und schließlich durch die der Exporteure.

Plantagen kann man nach deren Größe einteilen. So kümmern sich kleine Kaffeebauern meist nur um die Ernte und große Plantagen übernehmen jeden einzelnen Schritt. Große Plantagen profitieren also am meisten vom Kaffeehandel.

Die Preisgestaltung war etwas komplizierter. Bestimmte Personen, vom Staat berufen, setzten einen Preis unabhängig der Qualität fest. Des Weiteren wurden Vertriebsmargen auch festgesetzt. Dies änderte sich erst nach 1990, wo der Handel liberalisiert wurde. Nun übernehmen immer mehr kleinbäuerliche Zusammenschlüsse den Kaffeehandel. Dies ist dennoch effizienter, als es mit der staatlichen Kontrolle und deren Festlegungen war.

Beim Kaffeehandel entscheidet die Qualität

Es gibt einige Richtlinien, die aber von Region zu Region anders sind. Diese Richtlinien sind:

  • Größe der Bohnen
  • Rundlichkeit der Bohnen
  • Fehler der Bohnen (Verfärbungen)
  • Einsetzende Gärungsprozesse

Normalerweise nimmt man zuerst die Siebgröße als erste Richtlinie. Eine Siebgröße namens Sieb 16 steht dann für gute Qualität. Diese Angabe in Sieben ist nicht überall gängig. In Indien und Ostafrika nutzt man dafür Buchstaben. So ist AA beispielsweise Sieb 19.

Doch nur, weil die Bohne einer Siebgröße entspricht, ist die Bohne nicht gleich hochwertig. Dafür nimmt man eine Stichprobe in der Menge von 300 Gramm. Ist dort beispielsweise ein Stein, Schalen, zerfressene Bohnen oder Kaffeekirschen enthalten, dann spricht das für mindere Qualität. Je weniger Fehler hier bemerkbar sind, desto besser wurde der Kaffee für den Kaffeehandel aufbereitet.

Vokabular für den Kaffeehandel

Natürlich hat diese Branche eine ganz eigene Sprache. Um unsere Texte etwas besser zu verstehen, wenn Du noch nicht so ein Kaffeekenner bist, geben wir dir etwas Vokabular an die Hand.

Diese wären:

  • unreif
  • Stinker
  • beschädigt durch Wasser
  • behäutet
  • schillernd
  • angefressen
  • blass
  • stumpf
  • ungleichmäßig
  • kümmerlich
  • gelblich
  • grünlich

Die Buchstaben faq bedeuten im Kaffeehandel etwas ganz anderes, als wir es gewohnt sind. Faq bedeutet hier fair average quality. Dies entspricht einer guten Durchschnittsqualität.

Handel an der Börse mit dem Rohkaffee

An der Börse werden vier große Gruppen an Kaffee gehandelt. Diese werden auch separat gehandelt:

  • Other Milds
  • Brazilian and other Arabicas
  • Robustas
  • Colombian Milds

Je nach Herkunftsland wird die Kaffeebohne dann einer dieser Gruppen zugeordnet.

Seit einiger Zeit ist der Kaffeehandel an der Börse aber stark zurückgegangen. Es werden sogenannte Termingeschäfte abgeschlossen, da sich die Kaffeeindustrie nach Sicherheit sehnt. Das bedeutet, dass heute Preise für den in Zukunft benötigten Kaffee abgeschlossen werden.

Früher wurde der Kaffeehandel staatlich kontrolliert

Damals wurde der Kaffeehandel vor allem in den Entwicklungsländern vom Staat kontrolliert. Hier hatte der Kaffeeexport nämlich eine sehr hohe wirtschaftliche Bedeutung. Bei Überproduktionen beispielsweise wird der Preis gedrückt. Der Staat hat bis in die 1990er Jahre versucht, dies zu manipulieren. Letztendlich konnte es sich aber nicht durchsetzen. Heutzutage wird der Kaffeeanbau höchstens mit staatlichen Geldern gefördert. Um diese zu erhalten, muss man aber bestimmte Anforderungen erfüllen. Hierzu zählen beispielsweise die Technik, Lagerhaltung, Qualitätsverbesserungen und so weiter.

Wenn der Kaffee exportiert wird, dann fallen Exportsteuern an. Diese machen einen großen Teil des Staatshaushalts aus.

Wie entsteht der Kaffeepreis?

Natürlich müssen alle Beteiligten ihren fairen Anteil bekommen. Dennoch gibt es keinen festen Kaffeepreis. Dieser setzt sich aus verschiedenen Komponenten zusammen: Aufarbeitung, Lagerung, Qualität der Bohne und vieles mehr. Dennoch wird ein Durchschnittspreis der ICO errechnet. Dieser Preis ist vor allem für die Börsenspekulanten von Signifikanz. Mehr aber auch nicht.

Ist der Kaffee einzigartig, wie bei uns im Shop, dann kostet dieser schnell mehr, als normale Robustakaffeesorten.

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